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Wulfen: Playoff-Einzug oder Saisonende?

Es ist ein echtes Endspiel für den BSV Wulfen. Die Münsterland Baskets erwarten am Samstagabend um 19.30 Uhr (!) in der Gesamtschulhalle (Einlass 18.30 Uhr) den Spitzenreiter der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord, die Hannover Tigers. Und nur wenn den Wulfenern die Sensation gelingt und sie den frischgebackenen Nord-Meister schlagen können, erreicht das Team von Sebastian Borgmann die Playoffs. Dort würde dann nur eine Woche später schon der Meister der ProB Süd, die Oettinger Rockets Gotha, auf den BSV warten.

Erleben die Wulfener Fans beim letzten Ligaspiel eine Überraschung?

Doch genauso sicher wie im Siegfall der Einzug in die Playoffs ist, genauso sicher ist im Falle einer Niederlage das vorzeitige Saisonende für den BSV Wulfen. Bei einer Heimpleite gegen den Tabellenführer ist für Wulfen als Tabellenneunter des Nordens die Saison vorzeitig ohne Playoff oder Playdown beendet. Bekanntlich musste die Nordgruppe der ProB in dieser Saison mit 13 statt mit 12 Teams spielen – wegen des nachträglichen ProA-Rückzugs der Hannover Tigers. Und genau dieser Club ist zum Saisonausklang nun zu Gast in Wulfen.

“Do or die – ich liebe diese Spiele”, sagt Wulfens Aufbauspieler Steve Briggs. Allerdings weiß der US-Amerikaner um die Stärke der Hannoveraner. Im Hinspiel zum Hinrundenausklang war Wulfen beim 52:71 absolut chancenlos. 52 erzielte Punkte waren Saisontiefstwert, die durchschnittlichen 4,2 Effektivitätspunkte grauenhaft. Wenn die Wulfener gegen das Topteam aus Hannover überhaupt eine Siegchance haben möchten, muss der BSV an die Leistungsgrenze gehen. Und die Gäste vielleicht auf dem falschen Fuß erwischen.

Wer glaubt, Hannover werde in Wulfen mit angezogener Handbremse auflaufen, weil Staffelmeisterschaft und Playoff-Heimvorteil bereits gesichert sind, der befindet sich auf dem Holzweg. Solche Dinge mag es in der Kreis- oder Bezirksliga geben, nicht aber in der 2. Bundesliga. Der US-amerikanische Trainer der Tigers, Michael Mai, wird seine Mannschaft optimal auf das Match in Wulfen einstellen. Wie sein Pendent Sebastian Borgmann hatte er zehn Tage Zeit dafür.

Im Vergleich zum Hinspiel gibt es allerdings zwei personelle Änderungen. Der BSV hat mit Rod Sherman einen dritten Amerikaner verpflichtet, der viel zum Wulfener Aufschwung in den letzten Spielen beigetragen hat. “Wir waren Ende Januar doch für alle schon sicherer Playdown-Kandidat. Aber wir haben uns dann aus eigener Kraft gerettet”, sagt BSV-Trainer Sebastian Borgmann. Aufgrund der besseren Direktvergleiche gegen die punktgleichen Herzöge Wolfenbüttel und den SC Rist Wedel, die Samstag zeitgleich im direkten Duell den letzten Playdown-Teilnehmer ausspielen, kann Wulfen nicht mehr in die Abstiegszone rutschen.

Bei den Tigers ist der Deutsch-Amerikaner Allan Ray Smith verletzt. Die beiden Ausländerpositionen nehmen der Kanadier Jacob Doerksen, einer der Topspieler der Liga, und der Amerikaner Richard Williams ein. Für Entlastung der beiden sorgt derzweite US-Amerikaner Maurice Williams. Aus seiner Regionalliga-Zeit in Iserlohn kennen die Wulfener den Deutsch-Kanadier Stephen Janzen. Weitere Deutsche im Hannoveraner Kader sind der erfahrene Jan-Peter Prasuhn (30) sowie Tobias Welzel (22) und Bojung Memenga (24). Die Kooperationsspieler von TK Hannover, die auch schon im Hinspiel fehlten, werden am Samstag in Wulfen wohl nicht dabei sein, da sie zeitgleich ein Zweitregionalliga-Spiel haben.

Für den BSV bleibt das Match ein echtes Endspiel. Ein Heimsieg – es wäre der achte der Saison – bringt die ersehnte Playoff-Teilnahme. Und dann beginnt alles wieder bei Null. Hannover hat bislang nur drei Auswärtsniederlagen auf dem Konto: in Dorsten, in Wolfenbüttel und in Schwelm. Ob ausgerechnet Wulfen für die vierte sorgen kann – die BSV-Fans wünschen es sich und der Samstagabend wird es zeigen.

PM & Foto: BSV Münsterland Wulfen

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