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Quakenbrück: Dezimierte Dragons verlieren in Russland
Die Artland Dragons haben die erste Niederlage in der EuroChallenge-Gruppe L hinnehmen müssen. Bei Triumph Lyubertsy Moskau verlor die bereits fürs Play- off-Viertelfinale qualifizierte Mannschaft von Dragons-Headcoach Stefan Koch 70:87 (30:43). Die dezimierten Quakenbrücker Basketballer hielten im ersten Viertel gut mit dem Favoriten mit, gerieten dann aber in einen hohen Rückstand. Anfang des letzten Abschnitts kämpften sich die „Drachen“ noch einmal bis auf drei Punkte heran, hatten dann aber nichts mehr entgegenzusetzen. Bei den Gästen erzielten Anthony Hilliard und Nathan Peavy die meisten Zähler (je 15). Für die Russen punktete Sergey Karasev am häufigsten, der seine 24 Zähler durch sechs Dreier und sechs Freiwürfe erzielte.
Die Dragons, die auf ihren Spielmacher David Holston (Schmerzen im Fuß) und Kapitän Darren Fenn (Magen-Darm-Virus) verzichten mussten, brauchten ein bisschen, um ins Spiel zu kommen, schafften dann aber einen 6:0-Lauf zum 6:4 (3. Minute). Die Partie war danach ausgeglichen, die Führung wechselte hin und her. Einen Dreier von Brandon Thomas zum 9:8 konterte Karasev ebenfalls mit einem Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Marke zum 9:11 (7.). Tywain McKee baute die Führung der Russen auf 13:16 aus, doch die Quakenbrücker antworteten mit Anthony King und Guido Grünheid zum 17:16 (10.) Den ersten Abschnitt beendete McKee mit einem Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 17:19.
Koch wechselte wie angekündigt viel, verteilte die Minuten auf alle zwölf Akteure, bei denen es im zweiten Abschnitt schlecht lief. Im Angriff fielen die Würfe nicht, ohne Bryan Bailey, der in den Anfangsminuten mit dem Verdacht auf seine Leistenzerrung ausgewechselt werden musste, war auch die Verteidigung löchrig. Seine erste Auszeit nahm der Dragons-Cheftrainer nach einem weiteren Karasev-Dreier zum 17:26 (12.). Deutlich besser wurde es danach aber nicht, im Gegenteil. Die Gastgeber spielten befreit auf und bauten ihren Vorsprung in der 17. Minute auf 23:41 aus. Doch die dezimierten „Drachen“ kämpften und hielten sich mit einem 7:2-Lauf, den Hilliard mit einem Dreier zum 30:43-Halbzeitstand abschloss, im Spiel.
In der Pause schien Koch die richtigen Worte gefunden zu haben, denn sein Team kam mit viel Energie aus der Umkleidekabine. Peavys Schnellangriff- Punkte zum 37:43 zwangen Lyubertsy-Headcoach Vasiliy Karasev zu seiner ersten Auszeit (22.). Diese zeigte umgehend Wirkung, denn zwei Minuten später war der 13-Punkte-Rückstand der Dragons wieder hergestellt (39:52). Die deutschen Gäste mühten sich, kamen aber zunächst nicht wieder nennenswert heran. Doch aufgegeben hatten sich die Artländer noch lange nicht. Mit einem 8:2-Lauf verringerte die Koch-Truppe den Rückstand vor dem Schlussabschnitt auf 54:61.
Im letzten Viertel machten die Dragons da weiter, wo sie vorher aufgehört hatten. Hilliard brachte sein Team mit vier Punkten in Folge auf 58:61 heran (32.). Doch der Einbruch folgte sogleich. Kyle Landry schloss einen 0:10-Lauf mit einem Dreier zum 58:71 ab (34.). Peavy verkürzte für die Quakenbrücker zwar noch einmal auf 66:78, doch zwei Dreier von McKee und Karasev zum 66:84 besiegelten die Niederlage endgültig. In den letzten Minuten ließ Koch ein komplett deutsches Quintett (Christian Hoffmann beziehungsweise Adam Hess, Florian Doeinck, Acha Njei, Guido Grünheid und Florian Hartenstein) auf dem Feld.
Für die Dragons gibt es nun noch zwei Möglichkeiten, den ersten Platz in Gruppe L und damit das Heimrecht im Viertelfinale zu sichern: Wenn Izmir am heutigen Abend in Antwerpen verliert, oder wenn die Koch-Truppe ihr letztes Gruppenspiel gegen Izmir in einer Woche in der heimischen Artland Arena gewinnt oder mit weniger als vier Punkten verliert.
Stimmen zum Spiel:
Stefan Koch (Headcoach Artland Dragons):
„Es war für uns super schwierig hier ohne David Holston und Darren Fenn zu spielen und dann auch noch Bryan Bailey zu verlieren. Darum muss man das Spiel in die richtige Perspektive rücken. Wir haben mit Ausnahme des zweiten Viertels, wo wir größere Probleme hatten, ganz vernünftig gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir Charakter gezeigt, hatten gleich zu Beginn einen kleinen Lauf und waren auch im letzten Viertel noch einmal auf Tuchfühlung. In meiner letzten Auszeit kurz vor Schluss habe ich den Jungs dann aber gesagt, dass wir für die minimale Chance, die wir da noch hatten, das Spiel zu gewinnen, nicht mehr unsere Energie vergeuden sollten. In Bestbesetzung
hätten wir hier eine gute Chance gehabt zu gewinnen, aber in dieser Konstellation müssen wir damit leben, was passiert ist. Ich bin natürlich nicht zufrieden, kann aber auch keinem der Jungs einen Vorwurf machen.“
Triumph Lyubertsy Moskau – Artland Dragons 87:70 (43:30)
Die Viertel im Überblick: 19:17, 24:13, 18:24, 26:16
Triumph Lyubertsy Moskau:
Jefferson (10 Punkte, 11 Rebounds, 4 Assists), McKee (17/1 Dreier), Karasev (24/6), Kuzyakin (5), Kulagin (4), Landry (5/1), Vikhrov (n.e.), Solovev (6), Valiev (3/1), Kurtsevich (n.e.), Andreev (n.e.), Zvarykin (13).
Artland Dragons:
Hilliard (15/2, 6 Rebounds), King (8), Hoffmann (2 Assists), Strasser (2 Assists), Njei, Bailey (4), Grünheid (4, 6 Rebounds), Doeinck, Thomas (13/1), Peavy (15/2), Hess (5/1), Hartenstein (6).
PM: Artland Dragons
Veröffentlicht unter: Beko BBL · Etiketten: Artland Dragons, Beko BBL, EuroChallenge





























