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Play-Off-Special: ALBA Berlin vs. s.oliver Baskets Würzburg
Am vergangenen Wochenende hat die Beko Basketball Bundesliga ein letztes Mal alle Spieler, Teams, Cheerleader & Maskottchen aus den Katakomben gelassen - nun sind die Würfel gefallen: Play-Off-Time! Für acht Mannschaften verschiebt sich die Sommerpause, sie stehen im Viertelfinale um die Deutsche Basketball Meisterschaft 2012. Die Parkettgeschichten-Redaktion wirft vor Play-Off-Beginn (03. Mai) einen Blick auf die jeweiligen Serien und analysiert Stärken und Schwächen der Teams. Nach den Serien "Brose Baskets Bamberg vs. Telekom Baskets Bonn" sowie "ratiopharm Ulm vs. New Yorker Phantoms Braunschweig", schauen wir uns das Duell ALBA Berlin (3) vs. s.oliver Baskets Würzburg (6) genauer an. Schon in der Hauptrunde haben beide Partien hohe Emotionswellen geschlagen: Beispielhaft sei die Auszeit der Würzburger samt 5:0-Angriff im Hinspiel genannt. Oder das Wortgefecht der, sonst so besonnenen, Trainer im Rückspiel. "Würzburg ist der ideale Prüfstein für uns", sagt Marco Baldi. Egal wie - die Serie verspricht, trotz der Rollenverteilung "Ex-Serienmeister vs. Aufsteiger", ein echter Play-Off-Fight zu werden. Vielleicht sogar über fünf Spiele.
ALBA Berlin (3)
Wood, Schaffartzik, Taylor, Allen, Francis, Simonovic - der Kader der Hauptstädter ist gespickt mit absoluten Basketbalkönnern auf ihren Positionen. Vor allem Ex-MVP DaShaun Wood kam nach einer eher verhaltenen Hinrunde immer besser ins Spiel und knüpfte phasenweise an seine Frankfurter Zeiten an. Die Berliner können mit der Hauptrunde zufrieden sein: Der Umbruch ist traditionell groß, ebenso wie die Erwartungen hoch. Die o2-World will nicht nur Heimsiege, sondern Titel. Nach dem Aus auf der Europa- bzw. Pokal-Bühne bleibt nur die Meisterschaft. Auch die Nachverpflichtung des erfahrenen Kalampokis hat gezeigt, dass Alba mehr will, als nur die Vize-Meisterschaft. Berlin ist die Mannschaft, die Bamberg über die volle Distanz gefährlich werden kann - sollte es vorab zu keinem Ausrutscher kommen, den sich die Albatrosse auch 2012 hin und wieder geleistet haben.
Stärken & Top-Spieler
Ganz klar, neben Bamberg hat Coach Gordie Herbert den tiefsten Kader zur Verfügung. Vor allem der Backcourt mit Wood, Taylor und Weaver (zusammen 36.6 ppg) gehört zu den besten und gleichzeitig athletischsten der Liga. Hinzu kommen die Nationalspieler Schaffartzik und Idbihi, die Spiele an sich ziehen können. In der vergangenen Saison gab es in den Ply-Offs zahlreiche Spielerwechsel, weil Muli Katzurin jeden Fehler bestrafte. Psychologe Herbert ist anders, schenkt seiner Truppe mehr Vertrauen. Sprich, eine Niederlage wird Alba Berlin nicht aus dem Rennen werfen. Die Hauptstadt-Equipe hat sich 2012 von Spiel zu Spiel gesteigert und ist bereit für die heißeste Zeit des Jahres.
Schwächen
Schon bei den Skyliners galt: Wer es schafft, Spielmacher Wood aus dem Spiel zu nehmen, stöt den Rhythmus von Alba. Zwar ist der Strinbandträger an der Spree nicht ganz auf sich alleine gestellt, dennoch könnte er dem "Guard-Terror" der Würzburger phasenweise zum Opfer fallen.
X-Faktor
Die Berliner haben gleich mehrere Spieler, die in diese Kategorie wie die Faust aufs Auge passen: Sven Schultze, Marko Simonovic oder auch Bryce Taylor, der in den Play-Offs 2011 seine bisher stärkste Phase hatte. Doch für mich steht die größte Waffe an der Seitenlinie: Ohne der Qualität von John Patrick auf Würzburger Seite zu Nahe treten zu wollen - Gordon Herbert ist einer der besten Trainer der Liga und ein ausgewiesener Fuchs in Sachen Play-Offs.
s.oliver Baskets Würzburg (6)
In nur vier Jahren von der Regionalliga in die Beko BBL, als Aufsteiger direkt in die Play-Ofs gestürmt. Die Arbeit der Franken kann sich sehen lassen und mit der Verpflichtung von John Patrick samt Göttinger-Combo verpasste man dem Märchen das passende Happy-End. Die Baskets gehören in die deutsche Eliteklasse und werden sich, sollten auch zukünftig die Bedingungen erfüllt werden können, auch unter den besten acht Mannschaften festsetzen. Die beste Defense der Liga hat Alba Berlin gleich zwei Mal vor arge Probleme gestellt, auf Würzburger Boden setzte es sogar eine Pleite. Für die Baskets spricht, dass sie trotz der Aufsteiger-Rolle genügend Play-Off-Erfahrung mitbringen - gegen die Baskets spricht der letzte Auftritt in Ulm, wo sie von Bryant & Co. auseinander genommen wurden. Aber wie heißt es so schön: Verpatzte Generealprobe, gelungener Auftritt.
Stärken & Top-Spieler
Ausgeglichenheit ist Trumpf. Die s.oliver Baskets haben keinen wirklichen Go-to-Guy in ihren Reihen, aber gleich acht Spieler, die zwischen zehn und sieben Punkten pro Spiel auflegen. Mit dem Kanadier und Ex-Frankfurter Jermaine Bucknor wurde dem Kader nochnmals Tiefe verliehen, die Stärken der Mannschaft innerhalb der Team-Defense sind bekannt. Ben Jacobson führt auf der 1 klug Regie, Ivan Elliott räumt unter den Körben auf.
Schwächen
Zugegeben, es ist keine direkte Schwäche, die die aktuellen Play-Offs betrifft, dennoch erwähnenswert: Zwar halten die Baskets mit 2.07m-Mann Maximilian Kleber einen echten Rohdiamanten auf der Power Forward-Position in ihren Reihen, die Deutsch-Quote lässt insgesamt jedoch zu wünschen übrig. Die erste Rotation umfasst lediglich Spieler, die ihre Wurzeln nicht in "Good old Germany" haben.
X-Faktor
Ebenso wie bei den Brose Baskets spielt das Heimpublikum bzw. generell die sensationelle Fan-Kultur eine große Rolle: Die rot-weiße Hölle lässt jeden Gegner erzittern, die Rufe "Würzburg" - "Baskets" sind weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. Berlin kann nur mit kühlem Kopf auswärts gewinnen und darf sich nicht auf emotionale Spielchen einlassen. Würzburg hat nichts zu verlieren in dieser Serie.
Bei “sechsmesterfünfundsiebzig” bloggt sich Sportjournalist Sven Labenz durch die bunte Welt der Beko Basketball Bundesliga. Das Gründungsmitglied der Parkettgeschichten-Redaktion textet für verschiedene professionelle und semi-professionelle Basketball-Teams und Medien, ist Freund des deutschen Basketballs und unter sven@parkettgeschichten.de erreichbar.
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Sowohl King und Clay sind zur Zeit in der "ersten" Rotation, King sogar Starting Five und beide sind Deutsche...
Es war eine Berliner Auszeit, die im ersten Spiel zu einem 5:0-Angriff der s.Oliver Baskets führte.