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EM hautnah #5: Frustsaufen bei Italien? Nicht mal das wollte gelingen…

Die fragwürdigen Deutsch-Künste von Chris Kaman, der brabbelnde Serben-Coach Dusan Ivkovic oder ein kurioses Alkoholverbot hier im Baltenstaat: Bei unseren „EM-Splittern“ gibt es bunte Geschichten rund um die kontinentale Meisterschaft in Litauen.

Von Marcel Friederich

Dusan Ivkovic ist eine lebende Trainer-Legende. Der 67-Jährige hat während seiner langen Karriere schon 16 nationale und internationale Vereinstitel gesammelt, hinzu kommen vier Gold-Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Eine Wahnsinns-Bilanz! Seit 2009 trainiert er – neben seinem Vereinsteam Olympiacos Piräus – die Nationalmannschaft seines Heimatlandes Serbien. Und nach den bisherigen Eindrücken bleibt festzuhalten: Durchaus möglich, dass er in Litauen seine lange Erfolgsliste um einen EM-Titel erweitern kann.

Allerdings bringt Ivkovic uns Journalisten regelmäßig zur Weißglut. Denn der Serben-Coach schafft es einfach nicht, das Mikrofon nahe am Mund zu halten. Somit ist es kaum zu verstehen, was er in seinem ohnehin gebrochenen Englisch vor sich hin brabbelt. „Unfassbar, dieser Typ rafft’s einfach nicht“, schimpfte Volunteer Arunas, der nach dem Lettland-Spiel (92:77) mit reichlich Mimik und Gestik versuchte, Ivkovic auf das Problem aufmerksam zu machen – jedoch ohne Erfolg. Immerhin: So voll gefüllt wie beim Serben-Coach sind die ersten Stuhlreihen bei keiner anderen PK. Um wenigstens ein paar Worte aufschnappen zu können…

+++ EM-SPLITTER +++

Wir bleiben beim Thema Sprache: Von NBA-Star Chris Kaman wissen wir, dass er trotz seiner deutschen Großeltern kaum Deutsch kann. Noch. Denn das soll sich ändern. „Er will unbedingt mehr Deutsch lernen“, verrät uns Philipp Schwethelm, „und er hat sogar schon ein paar lustige Sachen drauf“. Zum Beispiel? „Seine Lieblingsworte sind ‚Okay, Alter!’, das hat er irgendwann mal aufgeschnappt, und er benutzt es seitdem andauernd“, erzählt Schwethelm mit einem breiten Grinsen.

Insgesamt sei Kaman sehr wissbegierig und offen für Neues, „was bei einem NBA-Spieler definitiv keine Selbstverständlichkeit ist“, betont der Neu-Münchner Schwethelm. „Auch kulturelle Dinge interessieren ihn sehr. Wenn wir nämlich herumreisen und zum Beispiel eine Kirche sehen, will er sofort wissen, um was es sich da genau handelt.“ Wie bitte??? Der Waffennarr Kamen (siehe: Waffennarr und Kumpeltyp) fragt nach der Bedeutung einer Kirche??? Wer’s glaubt, Alter…

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Etwas überrascht bin ich gewesen, als ich gestern durch einen Supermarkt spaziert bin, um mich mit frischem Obst und weißer Schokolade einzudecken. Die komplette „Alkohol-Abteilung“ – siehe Foto – war dabei mithilfe von dickem schwarzen Klebeband abgesperrt. Was sollte das bloß?? Weil die Dame Ende 50 an der Kasse kein Englisch konnte, fragte ich die beiden freundlichen (weiblichen) Volunteers in meinem Hotel nach dem Hintergrund. Vielleicht benötigt man ja das eine oder andere alkoholische Kaltgetränk, wenn es in zwei Wochen den deutschen EM-Titel zu feiern gibt, so mein Hintergedanke.

Als mir auch die beiden Volunteers Inga und Sandra die Frage nicht beantworten konnten, half mir zum Glück der gute alte Kumpel namens Google weiter. Er sagte: Dieses Alkoholverbot ist eine einmalige Sache und erinnert an den Freiheitstag am 1. September 1993, als die Sowjetische Armee aus Litauen abzog. Okay, alles klar, neben dem stumpfsinnigen Basketball endlich mal was Gescheites hier gelernt. Nur welch ein Glück, dass dieser Freitagstag nicht auf den 18. September gefallen ist – weil da gewinnen ja die deutschen den EM-Titel, und da wird sicher das eine oder andere Bierchen benötigt.

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Schon gestern hatte ich euch berichtet, dass die Litauer ein Basketball verrücktes Volk sind. So verrückt, dass sie sogar Tankstellen mit Basketball-Körben schmücken (siehe gestrige Splitter). Wenn man mit offenen Augen durch die Straßen von Siauliai spaziert, kann man fast an jeder Straßenecke einen Basketball-Korb entdecken. Und sogar im Obstgarten wird manchmal Basketball gespielt, wie der heutige Schnappschuss beweist. Allerdings hat diese „Korb-Anlage“ auch schon ihre besten Tage hinter sich…

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Eigentlich hatte man ja gerechnet, dass halb Lettland nach Siauliai reisen wird, um das lettische Nationalteam lautstark von den Rängen aus anzupeitschen. Okay, bei den Spielen mit lettischer Beteiligung war es zwar durchaus laut, aber nur, weil sich die einheimischen Litauer (gut an den grün-gelben Outfits zu erkennen!) mit den wenigen Lettland-Fans verbündeten. Und trotzdem sei festgehalten: Die Letten hatten immerhin die kreativsten Kopfbedeckungen am Start – siehe Foto – , was ich für einen außergewöhnlichen Schnappschuss nutzte. Weiß jemand, wo’s diese Dinger zu kaufen gibt?

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Noch mal zurück zum Sportlichen: Völlig bedröppelt saß NBA-Star Danilo Gallinari nach der bitteren Pleite seiner Italiener gegen Deutschland bei der Pressekonferenz. Absolut verständlich, da sein Natioalteam mit großer Wahrscheinlichkeit schon nach der Gruppenphase rausfliegen wird. „Lasst uns Frustsaufen gehen“, sagte Gallinari – so ist es unseriösen Quellen zufolge überliefert – im Anschluss an die PK zu seinen NBA-Kollegen Andrea Bargnani und Marco Belinelli. Als sie beim nächsten Supermarkt angekommen waren, war ihr Unglück perfekt – denn Alkohol durfte gestern ja nicht verkauft werden! Nicht mal das Frustsaufen war Gallo & Co. vergönnt…

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Eine Antwort zu "EM hautnah #5: Frustsaufen bei Italien? Nicht mal das wollte gelingen…"

  1. [...] Parkettgeschichten bringt längere eigene Texte aus Litauen, einschließlich Interviews und einem Bericht über fehlgeschlagenes Frustsaufen bei den [...]